Notfallantibiotika-resistente Keime in Krankenhäusern und Bächen

Die im Urselbach gefundenen Keime seien nicht nur resistent gegen Antibiotika, auch Notfallantibiotika, die nur angewendet werden, wenn „normale“ Antibiotika versagen, seien wirkungslos. Das ist die wesentliche Aussage von Dr. Ileana Vogel, Orthopädin und Unfallchirurgin sowie Prof. Dr. Claudia Koch-Brandt, Universitätsprofessorin für Biochemie und Apothekerin, bei einer Informationsveranstaltung des AfD Kreisverbandes Hochtaunus in Oberursel. Für einen Patienten, der sich mit diesen Keimen infiziert, kann im Falle einer Infektionskrankheit eine lebensbedrohliche Situation entstehen, da Antibiotika nicht wirken würden. Frau Dr. Vogel wies zunächst auf das Robert-Koch-Institut hin, die bedeutendste Forschungseinrichtung in Bezug auf derartige Keime. Im statistischen Teil der Internetseite ließe sich auch das starke Wachstum bei der Verbreitung dieser Keime in den letzten Jahren ablesen. Dr. Vogel führte aus, dass drei Keimarten betroffen seien, bestimmte Krankenhauskeime (MRGN), ein Keim mit dem Namen „bacter iraki“ sowie Tuberculose (TBC). Insbesondere der aus dem Irak und Nordafrika stammende „bacter iraki“ sei gegen alle Antibiotika resistent, er werde übertragen von gesunden Trägern, die selbst nicht an dem Keim erkranken. Frau Prof. Dr. Koch-Brandt bezeichnete ihre Suche nach der Herkunft der Keime im Urselbach als einen Krimi und stellte die Frage: Wie  kommen Notfallantibiotika-resistente Keime in den Urselbach? Sie schloss zunächst Quellen aus: die Hochtaunus-Kliniken leiten ihre Abwässer direkt in eine Kläranlage. Kämen die Keime über Tierhaltungsbetriebe, so müssten dort  für den Einsatz am Menschen vorgesehene Notfallantibiotika  eingesetzt worden sein. Nachforschungen der Aufsichtsbehörden seien nicht bekannt. Möglich sei auch die Behandlung von Patienten mit derartigen Antibiotikaresistenzen in Arztpraxen. Da diese Resistenzen auf Grund ihrer Gefährlichkeit meldepflichtig seien, müssten bei den Gesundheitsämtern Daten vorliegen. Die Mehrheitsparteien in der Stadtverordnetenversammlung Oberursel haben jedoch jede Ursachenforschung abgeblockt und die Angelegenheit für erledigt erklärt. Es scheitere also schon die Ursachenermittlung und ohne das Wissen über die Herkunft der Keime könne man das Problem nicht lösen. Folglich sei davon auszugehen, dass sich diese Keime weiterhin im Urselbach befinden. Zum Schutz vor den Keimen führten die Referentinnen aus, daß Hygiene nur zum Teil wirksam sei, nämlich nur so lange, wie der Keim sich noch in der oberflächlichen Wunde befände und noch nicht in die Blutbahn gelangt sei.  Der „bacter iraki“ schütze sich auf der Haut zudem durch eine Schicht, die selbst von Handsterilisierungsflüssigkeiten nicht sicher entfernt werden könne. In der folgenden langen Diskussion ging es im wesentlichen um praktische Fragen des möglichen Schutzes vor diesen Keimen. Ein Fragesteller äußerte seine Verwunderung über die „Blockade-Haltung“ der Mehrheitsparteien in der Stadtverordnetenversammlung Oberursel, denn falls ein Mensch durch derartige Keime erkranken sollte, könnten ganz erhebliche Schadensersatzansprüche gegen die Stadt Oberursel geltend gemacht werden.

Download:

20180612_Handzettel Multiresistente Keime_C02s

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